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15. Februar 2019, 18:45

Weihnachten mit dementiell veränderten Menschen

Jedes Jahr stellt sich vielen Angehörigen die Frage: Demenz und Weihnachten - passt das zusammen? Soll man überhaupt feiern? Wie soll ich das Weihnachtsfest schön und trotzdem stressfrei gestalten? Was soll ich schenken? Wir haben einige kurze Tipps für Sie zusammengestellt.
Natürlich ist jedes Jahr aufs Neue die jeweilige Situation und der aktuelle Gesundheitszustand des Betroffenen entscheidend. Seien Sie nicht enttäuscht oder wütend, wenn das Fest nicht so "perfekt" ist, wie Sie es von den vergangenen Jahren kennen. Lassen Sie sich vor allen Dingen nicht von der allgemeinen Hektik anstecken. In der Ruhe liegt die Kraft. Das nimmt Ihnen den Druck und kommt Ihnen als Angehöriger genauso zugute wie dem Betroffenen. Schaffen Sie für sich und Ihre Angehörigen eine ruhige Umgebung. Feiern Sie nicht zu laut und im engen Familienkreis, um Ihren Angehörigen nicht zu überfordern.
Binden Sie ihn, im Rahmen seiner Möglichkeiten, in die Vorbereitungen mit ein und lassen Sie ihn Dinge tun, die er von früher kennt, gerne macht und die ihn trotzdem nicht überfordern. Machen Sie Dinge, die Sie gemeinsam tun können. Backen Sie z.B. Plätzchen, schmücken Sie den Weihnachtsbaum, basteln Sie Strohsterne und anderen einfachen Weihnachtsschmuck. Planen Sie das Weihnachtsmenü und treffen Sie die nötigen Vorbereitungen.
Halten Sie besonders an Ihren üblichen Ritualen und der Familientradition fest. Dinge wie:
Anzünden der Adventskerzen, Räuchern mit mit Weihrauch, das Singen von Weihnachtsliedern oder das Lesen von (kurzen) Weihnachtsgeschichten. leicht
Als Geschenke eignen sich bekannte Dinge, die die Sinne ansprechen. Vielleicht das Lieblings-Parfum, eine CD mit den Lieblingsliedern, Lieblings-Sänger, aber auch geeignete Spiele, die die Gemeinschaft fördern, Fotos von Familie und Freunden, Bildbände von bekannten Orten, die der Betroffene von früher kennt etc.
Wenn etwas nicht klappt wie geplant, dann ist das kein Beinbruch. Pannen gibt es überall. Sagen Sie sich einfach: Na und ....... Ausnahmen bestätigen die Regel. Vielleicht war es diesmal anders, aber trotzdem schön. Das ist das Wichtigste. In diesem Sinne ein FROHES GESEGNETES FEST und einen guten Rutsch in das Neue Jahr!
Wir freuen uns über weitere Tipps, wie Sie Ihre Familienfeste harmonisch feiern. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Was möchten Sie anderen empfehlen?

Bettina Vogg




15. Februar 2019, 18:32

Wissenswertes über Demenz und den Umgang mit der Krankheit

Wenn bei ihrem Familienmitglied die Diagnose Demenz festgestellt wird, fühlen sich viele Betroffene vor den Kopf gestoßen und völlig ratlos. Trauer, Schmerz, Hilflosigkeit und Verzweiflung machen sich breit. Es tauchen viele Fragen auf.
Woher kommt die Erkrankung?
Was kann ich tun?
Warum gerade er / sie?
Informieren Sie sich von Anfang an gut über die Krankheit, deren Verlauf und Auswirkungen. Fest steht für die meisten Familienmitglieder, sie möchten das Beste für ihren Ehemann, ihre Ehefrau, ihren Vater, ihre Mutter, ihre Eltern, ihre Tante, ihren Onkel, ihre Schwiegermutter, ihren Schwiegervater, ihre Schwiegereltern, ihre Oma, ihren Opa, ihre Großeltern …..
Die Mehrheit entscheidet sich für die Pflege zu Hause im gewohnten und vertrauten Umfeld. Getreu dem Motto
„Einen alten Baum verpflanzt man nicht.“
Bei der Pflege zu Hause benötigen Sie viel Zeit und Kraft. Sie sind als pflegender Angehöriger stark gefordert. Sowohl bei der praktischen Bewältigung des Alltags, als auch emotional. Sie erleben Höhen und Tiefen. Sie fühlen sich manchmal hilflos, werden ungeduldig oder empfinden Wut für Ihren Angehörigen. Genauso gibt es schöne Erlebnisse, ein zufriedenes Lächeln, innige Verbundenheit oder einfach ein „Dankeschön, dass Du für mich da bist.“
Es ist gut und schön für die Familie, wenn Sie füreinander da sind. Denken Sie jedoch unbedingt auch daran, was für Sie selbst das Beste ist. Nur wenn es Ihnen gut geht, geht es der ganzen Familie gut. Niemand erwartet von Ihnen, dass Sie sich bedingungslos aufopfern und Ihr Leben aufgeben. Das will auch Ihr betroffene Angehörige nicht! Es hilft niemandem, wenn Sie selbst durch kontinuierliche Überlastung krank werden. Fordern Sie rechtzeitig Unterstützung von Verwandten, Freunden und Nachbarn ein. Meist sind diese gerne bereit, zu helfen. Oft wissen selbst nahe stehende Menschen nicht, wie sie ihre Hilfe anbieten sollen, ohne aufdringlich zu wirken. Holen Sie sich zusätzlich Hilfe von professionellen Pflegekräften. Das schafft Ihnen Freiräume, schützt vor Überlastung und verhindert, dass diese schlimme Krankheit Ihr eigenes Leben vollständig bestimmt. Im Rahmen der Verhinderungspflege erhält jeder Mensch mit Einstufung gleich welcher Pflegestufe finanzielle Zuschüsse von seiner Pflegekasse.
Schützen Sie auch sich selbst von Anfang an. Nehmen Sie sich Zeit für Ihr eigenes Hobby, treffen Sie Ihre Freunde, genießen Sie einen Urlaub, lassen Sie einfach die Seele baumeln oder was immer Ihnen Spaß macht. Auch Ihr Leben muss lebenswert bleiben. Sie sind auch ein Mensch, der ein Recht auf ein erfülltes Leben hat. Machen Sie sich frei von einem schlechten Gewissen. Keiner ist "schuld" an dieser Krankheit. Sie müssen lernen, damit im Alltag umzugehen.
Im Laufe der Zeit entwickeln viele Angehörige und Betreuungskräfte ein gutes Gespür dafür, ihren kranken Mitmenschen sinnvoll zu unterstützen. Sie lernen, ihn unter Berücksichtigung der Krankheitsbilder, richtig zu behandeln und mit ihm zu sprechen. So kommt Ihre Hilfe an.

Bettina Vogg




15. Februar 2019, 18:20

Wie rede ich richtig mit einem Demenzkranken?

Der richtige Umgang mit einem an Demenz erkrankten Menschen stellt viele Angehörige vor große Herausforderungen.
Es ist schwierig, so mit ihm zu kommunizieren, dass er versteht, was Sie meinen. In jedem Fall wichtig ist Ihre Anteilnahme. Versuchen Sie so gut es geht, eine harmonische Beziehung aufrecht zu erhalten. Seien Sie geduldig. Bringen Sie viel Verständnis auf und zeigen Sie das auch. Signalisieren Sie Ihrem Patienten, dass sie für ihn da sind. Das gibt ihm Sicherheit und Geborgenheit. Ein wichtiger Beitrag, für den Patienten selbst und seine Angehörigen, um ein Leben mit größtmöglicher Würde zu führen. Das ist oft nicht leicht. Schließlich ist man selbst nur Mensch und stößt irgendwann an seine eigenen Grenzen. Das ist vollkommen normal!
Beugen Sie deshalb so gut wie möglich Konflikten vor. Überfordern Sie den demenzkranken Menschen nicht, oft reagieren diese mit Aggressionen. Sie verstehen nicht, um was es geht und möchten sich das nicht eingestehen. Sie wälzen die „Schuld“ auf andere ab, um sich somit selbst zu schützen. Deshalb reagieren sie unter Umständen impulsiv oder gar aggressiv. Nehmen Sie diese Reaktionen nicht persönlich.
Versuchen Sie ein Ablenkungsmanöver. Kommt vielleicht gerade eine Amsel in Ihren Garten geflogen und beginnt ihr Lied, weisen Sie darauf hin. Schon ist das scheinbar unlösbare Problem vergessen.
Erklären Sie Ihre Aufforderungen eventuell mit kleinen "Notlügen". Sie gehen zum Beispiel gemeinsam spazieren und merken, dass dem Demenzkranken die Kraft ausgeht. Bitten Sie ihn, wieder nach Hause zu gehen, weil Sie selbst zu müde sind, um weiterzugehen.
Benutzen Sie einfache Wörter und Sätze: Jetzt gehen wir zum Arzt. Bitte zieh Deine Schuhe an.
Bitten Sie um Hilfe. Das gibt dem Demenzkranken das Gefühl, noch gebraucht zu werden und steigert sein Selbstwertgefühl. Bitte hilf mir, die Äpfel zu schälen. Ich schaffe das alleine nicht. Ich möchte einen Kuchen backen.
Geben Sie nur kleine, überschaubare Anweisungen: Nicht: Wir räumen jetzt gemeinsam das Wohnzimmer auf. Der Demenzkranke wird sich selbst fragen, was soll ich denn aufräumen? Zeigen Sie auf die Bücher, die auf dem Tisch liegen und sagen Sie ihm, bitte räum die Bücher in das Regal und zeigen Sie mit dem Finger auf das Regal, in das er sie einräumen soll. So geben Sie ihm Schritt für Schritt Anweisungen wie bei einem kleinen Kind. Sobald er eine Anweisung erfüllt hat, geben Sie ihm die nächste.
Geben Sie ihm bei Fragen Auswahlmöglichkeiten:
Möchtest Du heute lieber Fleisch oder Fisch essen?
Auf die Frage „Was möchtest Du heute essen?“ kommt oft ein „Ich weiß es nicht.“
Zeigen Sie mit dem Betroffenen mit einer fürsorglichen Geste oder einer verbindenden Berührung, dass Sie für ihn da sind. Das wird ihn beruhigen.
Natürlich helfen diese Ratschläge nicht immer. Es kommt auf die Schwere der Erkrankung und die Tagessituation des Betroffenen an. Wir freuen uns dennoch, wenn wir Sie mit unseren Tipps etwas unterstützen können.

Bettina Vogg




15. Februar 2019, 18:05

Weglauftendenz bei Demenz

Wie gehe ich mit einem weglaufgefährdeten Mensch richtig um?
So verschieden die Formen einer Demenz sein können, genauso vielfältig zeigen sich die Auswirkungen im Alltag. Manche Menschen empfinden einen enormen Bewegungsdrang. Ganz zum Leidwesen ihrer Pflegekraft. Egal ob Angehöriger oder professionelle Pflegekraft.
Es hilft nichts, den „Wanderer“ von seinem Tun abhalten zu wollen. Sie sollten Verständnis und Mitgefühl aufzubringen. Besser ist es, den Patienten durch gutes Zureden abzulenken. Zeigen Sie Interesse. Fragen Sie ihn, wohin er gehen will. Es kann folgende Antwort kommen: "Ich muss dringend los, damit ich pünktlich bei der Arbeit bin." Sagen Sie dem Betroffenen nicht, dass er bereits seit langer Zeit im Ruhestand ist. Das würde ihn nur noch mehr verwirren. Lenken Sie ihn ab. Sagen Sie zum Beispiel: „Du hast Dir doch heute frei genommen, damit wir gemeinsam einen Ausflug machen können“. Oder „Du arbeitest zu viel, heute ist doch Sonntag. Komm, lass uns erst mal gemütlich zusammen frühstücken.“ Sollte er „von der Arbeit gestresst sein“, anerkennen Sie seine Leistung. „Ich weiß, Du setzt Dich sehr für Deine Firma ein und arbeitest immer hart. Heute hast Du Dir einen Urlaubstag verdient.“ Bestätigung und Anerkennung sind sehr wichtig. Er fühlt sich respektiert, was wiederum sein Selbstwertgefühl steigert.
Ein dementer Mensch, der weglaufgefährdet ist, stellt eine große Herausforderung für den Pflegenden dar. Die Belastung der pflegenden Person kann dadurch leider sehr hoch werden. Ständige Sorge um den Betroffenen plagt sie. Womöglich nimmt er gerade reiß aus und irrt hilflos umher, während der Pflegende schläft. Das führt zu Unruhen bis hin zu massiven Schlafstörungen bei dem Pflegenden. Die mögliche Gefährdung der Gesundheit ihres Schützlings beunruhigt sie. Besonders im Winter, wenn der demente Mensch durch unangemessene Kleidung Erfrierungen erleiden kann. Genauso wie die Gefahr, in einen Unfall verwickelt zu werden oder leichtes Opfer eines Verbrechens zu werden führen sie sich vor Augen.
Selbst wenn sie zur Sicherheit die Haustüre abschließen (was gesetzlich ohne richterlichen Beschluss nicht erlaubt ist), kann ein körperlich relativ rüstiger Patient durch das Fenster flüchten. In solchen Fällen befinden sich die Angehörigen oft in einer Zwickmühle. Durch das Abschließen der Haustüre nimmt man dem Betroffenen seinen eigenen Willen. Dass man das nicht darf, ist schon im Grundgesetz verankert. Eine Tür als Präventionsmassnahme zu verschließen ist nicht erlaubt. Auch wenn es nur gut gemeint ist. Man ist gesetzlich dazu verpflichtet, dem Betroffenen seinen Willen zu lassen, auch wenn das Gefahr für ihn bedeuten kann. Eingreifen darf man erst, wenn tatsächlich Gefahr in Verzug ist. Das bedeutet, wenn z.B. ein dementer Mensch an einer stark befahrenen Straße wohnt, darf man die Türe nicht abschließen, um ihn vor einer eventuellen Gefährdung durch den Verkehr zu schützen.
Handeln dürfen Sie erst, wenn Sie den Betroffenen in einer akuten Gefahrensituation vorfinden. Wenn er z.B. gerade die Straße bei einer roten Fußgängerampel überqueren möchte und durch ein heranfahrendes Auto unmittelbare Gefahr besteht. Sollten Sie in solch einer Situation dazukommen, dürfen sie ihn „retten“. Deshalb ist es wichtig, dass Sie in Ihrem eigenen Interesse vorbeugen. Hierbei gibt es verschiedene technische Hilfsmittel und simple Tricks.
Eine sehr große Hilfe ist der mobile Hausnotrufdienst. Einerseits wird der Betroffene ohne permanente persönliche Überwachung geschützt. Andererseits muss trotzdem der Pflegende nicht „wie auf Kohlen“ sitzen, weil er befürchtet, dass sein Schützling gerade „ausbüxt“. Er kann sich beruhigt in einem anderen Raum aufhalten und nachts angstfrei schlafen. Sobald sich der demente Mensch außerhalb der Reichweite des Hausnotrufsignales befindet, kommt modernste Technik zum Einsatz. Sie haben die Wahl zwischen verschiedenen Ausführungen, zum Beispiel in Form eines Armbandes. Dieses sollte der „Ausreißer“ immer tragen.

Bettina Vogg




14. Februar 2019, 19:08

Wie kann ich die Unterschiede zwischen normaler Altersvergesslichkeit und einer sich entwickelnden Demenz (zum Beispiel Alzheimer) erkennen?

Viele Betroffene und ihre Angehörigen stellen sich immer wieder die Frage:
„Bin ich nur vergesslich oder sind das die ersten Anzeichen einer Demenz?“
Auf diese Unterschiede sollten Sie achten:
Es ist völlig normal (im Alter öfters, als in jungen Jahren) Dinge, anstehende Termine oder Geschehnisse hin und wieder zu vergessen. ABER sollte diese Vergesslichkeit Sie ständig begleiten und nach und nach sogar schlimmer werden und Sie sich trotz intensiver Bemühungen nicht an komplette Erlebnisbereiche oder Gesprächsinhalte erinnern können, sollten Sie diese Entwicklung bei Ihrem Hausarzt ansprechen.
Falls Sie sich Merkzettel schreiben, um sich an Dinge besser erinnern zu können, ist das ein guter und sinnvoller Weg, um Ihrer Vergesslichkeit entgegenzuwirken. ABER sollten Ihnen diese Hilfsmittel nichts mehr nutzen, sollten Sie diese Entwicklung bei Ihrem Hausarzt ansprechen.
Falls Sie schriftlichen oder mündlichen Informationen in der Regel mühelos folgen können, ist wahrscheinlich alles in Ordnung. Sollten Sie verstärkt Probleme haben, einfache Informationen aufzunehmen, zu verarbeiten und umzusetzen, sollten Sie diese Entwicklung bei Ihrem Hausarzt ansprechen.
Es ist bestimmt jedem von uns schon einmal passiert, dass wir unsere Schlüssel, unsere Brieftasche oder unsere Brille nicht auf Anhieb finden. ABER sollten diese Situationen immer häufiger auftreten, obwohl Sie normal gut auf diese wichtigen Gegenstände achten, sollten Sie diese Entwicklung bei Ihrem Hausarzt ansprechen.
Vielbeschäftige Menschen sind im Alltag manchmal zerstreut, weil sie versuchen, mehrere Dinge gleichzeitig zu erledigen. Gehen Sie in ein Zimmer hinein und wissen plötzlich nicht mehr, was Sie hier überhaupt wollten? Dann sollten Sie einen Gang herunter schalten. Sollten Sie jedoch mehrmals am Tag zum Bäcker gehen, um einzukaufen und das nicht mehr wissen, sollten Sie diese Entwicklung bei Ihrem Hausarzt ansprechen.
Schüchterne Menschen haben hin und wieder Probleme, sich in Worten auszudrücken und mitzuteilen. Manche sind wortgewandter, andere finden öfters nicht die richtigen Worte. Das liegt in der Natur der Menschen. Fallen Ihnen jedoch oft einfache Worte in Ihrem geregelten Alltag nicht mehr ein und benutzen Sie dafür wahllos Füllwörter, werden die Sätze und ihre gewollte Aussage schwer verständlich. In diesem Fall sollten Sie diese Entwicklung bei Ihrem Hausarzt ansprechen.
Falls Sie zu den Menschen mit einer schlechten Orientierung gehören, kann es Ihnen durchaus passieren, dass Sie in einer fremden Stadt nicht mehr zu Ihrem geparkten Auto zurückzufinden. Das passiert vielen Menschen. Sollten Sie jedoch bei Ihrem Metzger um die Ecke einkaufen und den Weg nicht mehr nach Hause finden, ist das ein Alarmsignal. Sie sollten diese Entwicklung bei Ihrem Hausarzt ansprechen.
Vielen Menschen ist es schon einmal passiert, dass sie unpassend gekleidet waren. Sie schätzen die Temperaturen entweder zu hoch oder zu nieder ein. Dementsprechend sind Sie zu leicht angezogen und laufen Gefahr, sich eine Erkältung einzufangen, oder das Gegenteil ist der Fall. Sollten Sie sich jedoch völlig unpassend gekleidet haben (z.B. ein Winterpullover an einem warmen Sommertag, oder ein Nachthemd / Pyjama zum Einkaufen), sollten Sie diese Entwicklung bei Ihrem Hausarzt ansprechen.
Bestimmt jeder von uns hat schon einmal einen Gegenstand an einem Ort abgelegt, an den er normalerweise nicht hingehört. Das kann z.B. der Schlüssel sein, der normalerweise immer am Schlüsselbrett hängt. Wenn das Telefon klingelt, man den Schlüsseln och in der Hand hat, und Sie den Hörer abnehmen, haben Sie vielleicht den Schlüssel in Gedanken noch in den Hand und legen ihn auf dem Tisch neben dem Telefon ab. Später suchen Sie den Schlüssel. Das ist menschlich. Sollten Sie jedoch Ihre Hausschuhe im Kühlschrank wiederfinden oder den Kuchen im Kleiderschrank, sollten diese Entwicklung bei Ihrem Hausarzt ansprechen.
Bei Demenzkranken ändert sich häufig das Verhalten gegenüber ihren Mitmenschen gravierend, sobald sie mehr und mehr die Fähigkeit verlieren, Zusammenhänge zu erfassen und klare Gedanken zu fassen. Das Erinnerungsvermögen (beginnend mit dem Verfall des Kurzzeitgedächtnisses) nimmt deutlich ab.
Hinzu kommt ein scheinbares Desinteresse zuvor geliebter Hobbies. Ein Briefmarkensammler z.B. gibt plötzlich vor, kein Interesse mehr am Sammeln zu haben. Hintergrund kann seine eigene Erkenntnis sein, dass er sich nicht mehr konzentrieren kann. Um diese "Schwäche" zu vertuschen und sich nicht die Blöße zu geben, dass mit ihm "nicht mehr alles stimmt" schiebt er diese Ausrede vor.
Sollten sich eines oder mehrere der aufgeführten Symptome bei Ihnen oder Ihrem Angehörigen häufen, besteht die Möglichkeit einer Erkrankung durch eine Form der Demenz. Um sicherzugehen, empfiehlt sich eine Untersuchung bei einem Neurologen. Erste Anlaufstelle für ein informatives Gespräch sollte dennoch Ihr Hausarzt sein. Er kennt Sie und kann die Situation am besten einschätzen. Um eine sichere Diagnose stellen zu können, wird er Sie an einen Neurologen überweisen. Ein Neurologe ist der zuständige Facharzt im Falle einer Demenz.
Damit der Demenzkranke sein Gesicht wahren kann, bitten Sie doch die Arztpraxis ( Sie sollten sie vorher einweihen), bei dem vermutlich Demenzkranken anzurufen und in Ihrem Beisein einen Termin für die fällige Routineuntersuchung zu vereinbaren. Ärztlichen Anweisungen wird meist widerstandslos Folge geleistet.

Bettina Vogg




14. Februar 2019, 18:53

Sie stehen vor einer schweren Entscheidung: Pflege daheim oder im Heim?

Wenn Ihre Eltern, Ihre Mutter, Ihr Vater, Ihr Großvater, Ihre Großmutter, Ihre Tante, Ihr Onkel oder ein anderes Familienmitglied den Alltag im eigenen Zuhause nicht mehr zuverlässig selbständig regeln kann, stehen viele Angehörige vor einem großen Problem.
Sie sollen die Entscheidung fällen, ob eine Betreuung zu Hause realisiert werden kann, oder ob Sie Ihren Angehörigen besser in einem Seniorenheim oder Pflegeheim unterbringen.
Diese Entscheidung fällt vielen nicht leicht, muss aber gefällt werden, wenn Sie bei Ihrem Angehörigen zunehmende Hilfsbedürftigkeit erkennen. Dies kann eine schleichende Entwicklung sein, oder infolge eines plötzlich auftretenden medizinischen Problems wie z.B. eines Sturzes oder eines Schlaganfalls vollkommen überraschend über Nacht der Fall sein.
Immer häufiger äußern Menschen den Wunsch, im Alter daheim zu bleiben, statt im Heim zu wohnen. Besonders bei einer Demenz ist es fördernd, den Patienten in den eigenen vier Wänden optimal zu versorgen. Sein gewohntes Umfeld gibt ihm Sicherheit, Kraft und somit Stabilität. Dadurch ist er emotional ausgeglichener. Bei der Umsetzung helfen wir Ihnen sehr gerne.
Wenn ein Angehöriger die Pflege des Betroffenen selbst übernehmen kann, ist das sicherlich die beste Lösung für den Patienten. Aber viele Menschen haben nicht die Möglichkeiten, sich selbst um die Pflege zu kümmern. Das kann viele Gründe haben, zum Beispiel
- Sie wohnen nicht in der Nähe
- Sie haben keine Erfahrung in der Pflege
- Die psychische Belastung wird zu groß, so dass der Pflegende
selbst "auf der Strecke bleibt"
- Sie stehen im Berufsalltag und können deshalb eine Versorgung
Rund-um-die-Uhr gar nicht oder nur ungenügend gewährleisten
- Ihr eigenes Familienleben kommt durch die dauerhafte
Verpflichtung, jederzeit "greifbar" zu sein, zu kurz und es kommt
immer öfter zu Auseinandersetzungen, was wiederum eine
große, psychische Belastung mit sich bringt.
- Sie sind selbst nicht in der körperlichen oder gesundheitlichen
Verfassung, die Pflege selbst zu übernehmen
Berücksichtigen Sie alle relevanten Punkte und das Für und Wider. Wägen Sie ab, ob ein Aufenthalt im Heim oder besser eine Betreuung zu Hause in Frage kommt. Notieren Sie Ihre Gedanken auf einem Blatt Papier und ordnen Sie diese anschließend. Stellen Sie alle Fakten gegenüber!
Reicht zum jetzigen Zeitpunkt vorerst eine stundenweise Betreuung, oder ist eine 24-Stunden-Betreuung nötig? Wer kann Ihnen helfen? Sprechen Sie die Seniorenbeauftragten in Ihrem Wohnort an. Bieten sich Familienmitglieder, Freunde und Nachbarn für eine zeitweise Entlastung an?
Berücksichtigen Sie die Wünsche, Bedürfnisse und Möglichkeiten sowohl des pflegebedürftigen Menschen als auch der Person, die hauptsächlich die Pflege übernimmt.
Welche Vor- und Nachteile hat ein Heimaufenthalt für Ihre persönliche Situation?
Welche Vor- und Nachteile hat eine Pflege zu Hause für Ihre persönliche Situation?
Suchen Sie sich den für alle Beteiligten besten Weg aus!
Wichtig ist, dass Sie in der Beantwortung der Fragen ehrlich zu sich selbst sind!
Entscheiden Sie sich erst dann, wenn Sie alle relevanten Punkte berücksichtigt haben!
Es soll alles optimal zusammenpassen ………

Bettina Vogg




13. Februar 2019, 16:34

Pflegende Angehörige sehen sich an der Grenze der Belastbarkeit

Pflegende Angehörige fühlen sich Studien zufolge oft überlastet. Fast 200.000 sogenannte Hauptpflegepersonen stehen kurz davor aufzugeben, wie einem Pflegereport einer Krankenkasse hervorgeht.
"Ohne pflegende Angehörige geht es nicht" "Es ist höchste Zeit, dass sie schon frühzeitig besser unterstützt, umfassend beraten und von überflüssiger Bürokratie entlastet werden."
Von mehr als 1.900 pflegende Angehörige sagten 85 Prozent der Befragten, die Pflege bestimme ihren Alltag. Die Hälfte von ihnen kümmert sich mehr als zwölf Stunden täglich um die pflegebedürftige Person. Jeder vierte Angehörige hat seinen Beruf aufgrund der Pflege reduziert oder ganz aufgegeben.
"Viele pflegende Angehörige sind an der Grenze der Belastbarkeit angekommen", "Fast 40 Prozent von ihnen fehlt Schlaf, 30 Prozent fühlen sich in ihrer Rolle als Pflegende gefangen, und jedem Fünften ist die Pflege eigentlich zu anstrengend." Allerdings finde mehr als die Hälfte der Hauptpflegepersonen niemanden, der sie für längere Zeit vertreten würde.
Pflegende Familienangehörige sind nach deren Angaben der Barmer relativ häufig krank. So litten 54,9 Prozent von ihnen unter Rückenbeschwerden und 48,7 Prozent unter psychischen Störungen. Bei Personen, die niemanden pflegen, treffe dies nur auf 51,3 Prozent beziehungsweise 42,5 Prozent zu.
Rund 2,5 Millionen Menschen, davon rund 1,65 Millionen Frauen, pflegen zu Hause Angehörige.

Grafik Hauptpflegepersonen an der Grenze der Belastbarkeit.jpg

Bettina Vogg




12. Februar 2019, 19:26

Hilfsmittel und Pflegehilfsmittel – Wer ist für die Erstattung zuständig?

Allgemeine Hilfsmittel (wie z. B. Hörhilfen, Brillen, orthopädische und anderen Hilfsmittel) dienen dazu, den Erfolg der Krankenbehandlung zu sichern, einer drohenden Behinderung vorzubeugen oder eine Behinderung auszugleichen.

Pflegehilfsmittel sollen zur Erleichterung der Pflege oder zur Linderung der Beschwerden des Pflegebedürftigen beitragen oder ihm eine selbständigere Lebensführung ermöglichen.

Die Krankenkasse ist Leistungsträger, um

• den Erfolg der Krankenbehandlung zu sichern oder
• einer drohenden Behinderung vorzubeugen oder
• eine Behinderung auszugleichen (§ 33 SGB V).

Die Pflegekasse ist vorrangig Leistungsträger, wenn

• Pflegebedürftigkeit nach dem SGB XI vorliegt und
• die Pflegeerleichterung im Vordergrund steht.

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