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15. Februar 2019, 18:45

Weihnachten mit dementiell veränderten Menschen

Jedes Jahr stellt sich vielen Angehörigen die Frage: Demenz und Weihnachten - passt das zusammen? Soll man überhaupt feiern? Wie soll ich das Weihnachtsfest schön und trotzdem stressfrei gestalten? Was soll ich schenken? Wir haben einige kurze Tipps für Sie zusammengestellt.
Natürlich ist jedes Jahr aufs Neue die jeweilige Situation und der aktuelle Gesundheitszustand des Betroffenen entscheidend. Seien Sie nicht enttäuscht oder wütend, wenn das Fest nicht so "perfekt" ist, wie Sie es von den vergangenen Jahren kennen. Lassen Sie sich vor allen Dingen nicht von der allgemeinen Hektik anstecken. In der Ruhe liegt die Kraft. Das nimmt Ihnen den Druck und kommt Ihnen als Angehöriger genauso zugute wie dem Betroffenen. Schaffen Sie für sich und Ihre Angehörigen eine ruhige Umgebung. Feiern Sie nicht zu laut und im engen Familienkreis, um Ihren Angehörigen nicht zu überfordern.
Binden Sie ihn, im Rahmen seiner Möglichkeiten, in die Vorbereitungen mit ein und lassen Sie ihn Dinge tun, die er von früher kennt, gerne macht und die ihn trotzdem nicht überfordern. Machen Sie Dinge, die Sie gemeinsam tun können. Backen Sie z.B. Plätzchen, schmücken Sie den Weihnachtsbaum, basteln Sie Strohsterne und anderen einfachen Weihnachtsschmuck. Planen Sie das Weihnachtsmenü und treffen Sie die nötigen Vorbereitungen.
Halten Sie besonders an Ihren üblichen Ritualen und der Familientradition fest. Dinge wie:
Anzünden der Adventskerzen, Räuchern mit mit Weihrauch, das Singen von Weihnachtsliedern oder das Lesen von (kurzen) Weihnachtsgeschichten. leicht
Als Geschenke eignen sich bekannte Dinge, die die Sinne ansprechen. Vielleicht das Lieblings-Parfum, eine CD mit den Lieblingsliedern, Lieblings-Sänger, aber auch geeignete Spiele, die die Gemeinschaft fördern, Fotos von Familie und Freunden, Bildbände von bekannten Orten, die der Betroffene von früher kennt etc.
Wenn etwas nicht klappt wie geplant, dann ist das kein Beinbruch. Pannen gibt es überall. Sagen Sie sich einfach: Na und ....... Ausnahmen bestätigen die Regel. Vielleicht war es diesmal anders, aber trotzdem schön. Das ist das Wichtigste. In diesem Sinne ein FROHES GESEGNETES FEST und einen guten Rutsch in das Neue Jahr!
Wir freuen uns über weitere Tipps, wie Sie Ihre Familienfeste harmonisch feiern. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Was möchten Sie anderen empfehlen?

Bettina Vogg




15. Februar 2019, 18:20

Wie rede ich richtig mit einem Demenzkranken?

Der richtige Umgang mit einem an Demenz erkrankten Menschen stellt viele Angehörige vor große Herausforderungen.
Es ist schwierig, so mit ihm zu kommunizieren, dass er versteht, was Sie meinen. In jedem Fall wichtig ist Ihre Anteilnahme. Versuchen Sie so gut es geht, eine harmonische Beziehung aufrecht zu erhalten. Seien Sie geduldig. Bringen Sie viel Verständnis auf und zeigen Sie das auch. Signalisieren Sie Ihrem Patienten, dass sie für ihn da sind. Das gibt ihm Sicherheit und Geborgenheit. Ein wichtiger Beitrag, für den Patienten selbst und seine Angehörigen, um ein Leben mit größtmöglicher Würde zu führen. Das ist oft nicht leicht. Schließlich ist man selbst nur Mensch und stößt irgendwann an seine eigenen Grenzen. Das ist vollkommen normal!
Beugen Sie deshalb so gut wie möglich Konflikten vor. Überfordern Sie den demenzkranken Menschen nicht, oft reagieren diese mit Aggressionen. Sie verstehen nicht, um was es geht und möchten sich das nicht eingestehen. Sie wälzen die „Schuld“ auf andere ab, um sich somit selbst zu schützen. Deshalb reagieren sie unter Umständen impulsiv oder gar aggressiv. Nehmen Sie diese Reaktionen nicht persönlich.
Versuchen Sie ein Ablenkungsmanöver. Kommt vielleicht gerade eine Amsel in Ihren Garten geflogen und beginnt ihr Lied, weisen Sie darauf hin. Schon ist das scheinbar unlösbare Problem vergessen.
Erklären Sie Ihre Aufforderungen eventuell mit kleinen "Notlügen". Sie gehen zum Beispiel gemeinsam spazieren und merken, dass dem Demenzkranken die Kraft ausgeht. Bitten Sie ihn, wieder nach Hause zu gehen, weil Sie selbst zu müde sind, um weiterzugehen.
Benutzen Sie einfache Wörter und Sätze: Jetzt gehen wir zum Arzt. Bitte zieh Deine Schuhe an.
Bitten Sie um Hilfe. Das gibt dem Demenzkranken das Gefühl, noch gebraucht zu werden und steigert sein Selbstwertgefühl. Bitte hilf mir, die Äpfel zu schälen. Ich schaffe das alleine nicht. Ich möchte einen Kuchen backen.
Geben Sie nur kleine, überschaubare Anweisungen: Nicht: Wir räumen jetzt gemeinsam das Wohnzimmer auf. Der Demenzkranke wird sich selbst fragen, was soll ich denn aufräumen? Zeigen Sie auf die Bücher, die auf dem Tisch liegen und sagen Sie ihm, bitte räum die Bücher in das Regal und zeigen Sie mit dem Finger auf das Regal, in das er sie einräumen soll. So geben Sie ihm Schritt für Schritt Anweisungen wie bei einem kleinen Kind. Sobald er eine Anweisung erfüllt hat, geben Sie ihm die nächste.
Geben Sie ihm bei Fragen Auswahlmöglichkeiten:
Möchtest Du heute lieber Fleisch oder Fisch essen?
Auf die Frage „Was möchtest Du heute essen?“ kommt oft ein „Ich weiß es nicht.“
Zeigen Sie mit dem Betroffenen mit einer fürsorglichen Geste oder einer verbindenden Berührung, dass Sie für ihn da sind. Das wird ihn beruhigen.
Natürlich helfen diese Ratschläge nicht immer. Es kommt auf die Schwere der Erkrankung und die Tagessituation des Betroffenen an. Wir freuen uns dennoch, wenn wir Sie mit unseren Tipps etwas unterstützen können.

Bettina Vogg




14. Februar 2019, 18:53

Sie stehen vor einer schweren Entscheidung: Pflege daheim oder im Heim?

Wenn Ihre Eltern, Ihre Mutter, Ihr Vater, Ihr Großvater, Ihre Großmutter, Ihre Tante, Ihr Onkel oder ein anderes Familienmitglied den Alltag im eigenen Zuhause nicht mehr zuverlässig selbständig regeln kann, stehen viele Angehörige vor einem großen Problem.
Sie sollen die Entscheidung fällen, ob eine Betreuung zu Hause realisiert werden kann, oder ob Sie Ihren Angehörigen besser in einem Seniorenheim oder Pflegeheim unterbringen.
Diese Entscheidung fällt vielen nicht leicht, muss aber gefällt werden, wenn Sie bei Ihrem Angehörigen zunehmende Hilfsbedürftigkeit erkennen. Dies kann eine schleichende Entwicklung sein, oder infolge eines plötzlich auftretenden medizinischen Problems wie z.B. eines Sturzes oder eines Schlaganfalls vollkommen überraschend über Nacht der Fall sein.
Immer häufiger äußern Menschen den Wunsch, im Alter daheim zu bleiben, statt im Heim zu wohnen. Besonders bei einer Demenz ist es fördernd, den Patienten in den eigenen vier Wänden optimal zu versorgen. Sein gewohntes Umfeld gibt ihm Sicherheit, Kraft und somit Stabilität. Dadurch ist er emotional ausgeglichener. Bei der Umsetzung helfen wir Ihnen sehr gerne.
Wenn ein Angehöriger die Pflege des Betroffenen selbst übernehmen kann, ist das sicherlich die beste Lösung für den Patienten. Aber viele Menschen haben nicht die Möglichkeiten, sich selbst um die Pflege zu kümmern. Das kann viele Gründe haben, zum Beispiel
- Sie wohnen nicht in der Nähe
- Sie haben keine Erfahrung in der Pflege
- Die psychische Belastung wird zu groß, so dass der Pflegende
selbst "auf der Strecke bleibt"
- Sie stehen im Berufsalltag und können deshalb eine Versorgung
Rund-um-die-Uhr gar nicht oder nur ungenügend gewährleisten
- Ihr eigenes Familienleben kommt durch die dauerhafte
Verpflichtung, jederzeit "greifbar" zu sein, zu kurz und es kommt
immer öfter zu Auseinandersetzungen, was wiederum eine
große, psychische Belastung mit sich bringt.
- Sie sind selbst nicht in der körperlichen oder gesundheitlichen
Verfassung, die Pflege selbst zu übernehmen
Berücksichtigen Sie alle relevanten Punkte und das Für und Wider. Wägen Sie ab, ob ein Aufenthalt im Heim oder besser eine Betreuung zu Hause in Frage kommt. Notieren Sie Ihre Gedanken auf einem Blatt Papier und ordnen Sie diese anschließend. Stellen Sie alle Fakten gegenüber!
Reicht zum jetzigen Zeitpunkt vorerst eine stundenweise Betreuung, oder ist eine 24-Stunden-Betreuung nötig? Wer kann Ihnen helfen? Sprechen Sie die Seniorenbeauftragten in Ihrem Wohnort an. Bieten sich Familienmitglieder, Freunde und Nachbarn für eine zeitweise Entlastung an?
Berücksichtigen Sie die Wünsche, Bedürfnisse und Möglichkeiten sowohl des pflegebedürftigen Menschen als auch der Person, die hauptsächlich die Pflege übernimmt.
Welche Vor- und Nachteile hat ein Heimaufenthalt für Ihre persönliche Situation?
Welche Vor- und Nachteile hat eine Pflege zu Hause für Ihre persönliche Situation?
Suchen Sie sich den für alle Beteiligten besten Weg aus!
Wichtig ist, dass Sie in der Beantwortung der Fragen ehrlich zu sich selbst sind!
Entscheiden Sie sich erst dann, wenn Sie alle relevanten Punkte berücksichtigt haben!
Es soll alles optimal zusammenpassen ………

Bettina Vogg




13. Februar 2019, 16:34

Pflegende Angehörige sehen sich an der Grenze der Belastbarkeit

Pflegende Angehörige fühlen sich Studien zufolge oft überlastet. Fast 200.000 sogenannte Hauptpflegepersonen stehen kurz davor aufzugeben, wie einem Pflegereport einer Krankenkasse hervorgeht.
"Ohne pflegende Angehörige geht es nicht" "Es ist höchste Zeit, dass sie schon frühzeitig besser unterstützt, umfassend beraten und von überflüssiger Bürokratie entlastet werden."
Von mehr als 1.900 pflegende Angehörige sagten 85 Prozent der Befragten, die Pflege bestimme ihren Alltag. Die Hälfte von ihnen kümmert sich mehr als zwölf Stunden täglich um die pflegebedürftige Person. Jeder vierte Angehörige hat seinen Beruf aufgrund der Pflege reduziert oder ganz aufgegeben.
"Viele pflegende Angehörige sind an der Grenze der Belastbarkeit angekommen", "Fast 40 Prozent von ihnen fehlt Schlaf, 30 Prozent fühlen sich in ihrer Rolle als Pflegende gefangen, und jedem Fünften ist die Pflege eigentlich zu anstrengend." Allerdings finde mehr als die Hälfte der Hauptpflegepersonen niemanden, der sie für längere Zeit vertreten würde.
Pflegende Familienangehörige sind nach deren Angaben der Barmer relativ häufig krank. So litten 54,9 Prozent von ihnen unter Rückenbeschwerden und 48,7 Prozent unter psychischen Störungen. Bei Personen, die niemanden pflegen, treffe dies nur auf 51,3 Prozent beziehungsweise 42,5 Prozent zu.
Rund 2,5 Millionen Menschen, davon rund 1,65 Millionen Frauen, pflegen zu Hause Angehörige.

Grafik Hauptpflegepersonen an der Grenze der Belastbarkeit.jpg

Bettina Vogg





 

 

 

 

Kontakt:
BV24 Demenz Betreuung

Bettina Vogg

Repräsentanz Grassau

 

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+49 (0) 8641 6974538

 

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